Dresden geht mit neuer Podcastfolge und Filmbrunch die nächsten Schritte

Im Rahmen der nun verfügbaren zweiten Folge des Podcasts „Mehr Sichtbarkeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien – Der COA-Podcast“ gibt Herr Dr. Benjamin Weber, Psychiater am Universitätsklinikum Dresden, Auskunft über ein besonderes Angebot für drogenkonsumierende Schwangere bzw. drogenkonsumierende Frauen mit Kinderwunsch. Es handelt sich dabei um „Mama denk an mich“, ein Hilfsangebot des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, in dem die Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, für Kinder- und Jugendmedizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapie eng zusammenarbeiten, um abhängigen angehenden Müttern – aber auch Vätern – eine Perspektive auf ein suchtfreies Familienleben zu ermöglichen.

Photo by Anna Civolani

Im Podcast erläutert Dr. Weber die Auswirkungen des mütterlichen Drogenkonsums während der Schwangerschaft auf die noch ungeborenen Kinder, die Therapiebausteine des Angebotes, die Zugangswege und wie die Frauen sich auch aktiv anmelden können. Denn, so die Botschaft von Dr. Weber, niemand muss sich wegen einer Suchterkrankung schämen, hierfür gibt es Therapien wie für andere Erkrankungen auch! Und jede Woche, ja jeder Tag, der in der Schwangerschaft abstinent erfolgt, hilft den Müttern und vor allem auch den Kindern.

Den Podcast gibt es auch auf diesen Plattformen: Apple Podcast, Deezer, Spotify.
Neben der neuen Podcastfolge wird die Thematik der Kinder aus suchtbelasteten Familien (kurz COA genannt) in Dresden auch im Rahmen der „Aktionswoche Alkohol“ aufgegriffen. Vom 14. bis zum 22. Mai findet diese bundesweite Präventionskampagne, welche von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) und dem Blauen Kreuz Deutschland e.V. (BKD) veranstaltet wird, in diesem Jahr statt. Die Woche lebt von den Ideen und dem Engagement von Mitwirkenden in ganz Deutschland.

In Dresden beteiligen sich unter anderem die Radebeuler Sozialprojekte gGmbH und veranstalten am 14. Mai um 10 Uhr einen Filmbrunch in der Filmgalerie Phase IV auf der Königsbrücker Straße 54 in der Dresdner Neustadt. Es wird der Film “ZOEY” gezeigt und im Anschluss gibt es eine reflektierende Gesprächsrunde. Es gibt noch ein paar freie Plätze. Wenn Sie mit Ihren Kindern (ab ca. 12 Jahren) teilnehmen möchten, können Sie sich gern bei den Radebeuler Sozialprojekten anmelden (per E-Mail an info@rasop.de oder telefonisch unter 0351 8314943).

Im Film geht es um die 14-jährige Zoey, deren Eltern getrennt leben und die mit ihrem jüngeren Bruder abwechselnd bei ihrer Mutter und ihrem Vater lebt. Der Vater ist Alkoholiker und hat gerade einen stationären Klinikaufenthalt hinter sich. Nach einigen Tagen trinkt der Vater wieder sein erstes Bier. Den Trailer zum Film können Sie sich auf YouTube ansehen.

Die Podcastserie und die Filmveranstaltung sind Bestandteile des vom GKV-Bündnis für Gesundheit finanzierten Projektes „Prävention für Kinder suchtkranker Eltern – COA Aktionsjahre“, das vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Jugendhilfeträger Radebeuler Sozialprojekte gGmbH durchgeführt wird.

Im Rahmen des Projektes werden innerhalb der nächsten vier Jahren verschiedene, an Jahreszeiten orientierte Präventionsmaßnahmen für betroffene Kinder zwischen 6 und 14 Jahren sowie deren Eltern durchgeführt. Das Projekt zielt auf die Stärkung der Kinder im Umgang mit der herausfordernden Situation durch die Suchterkrankung der Eltern ab. Durch die Einbindung der Eltern sollen diese für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert werden und somit Impulse für förderliches Erziehungsverhalten und eine gestärkte Eltern-Kind-Beziehung entstehen. Anmeldungen von Familien für das Projekt sind kontinuierlich über Frau Lindau 0176-879 46 449 oder info@rasop.de möglich.

Der Podcast hat das Ziel, Kindern aus suchtbelasteten Familien und den Akteurinnen und Akteuren des Hilfesystems, welche diese Kinder unterstützen, ein Sprachrohr zu geben, und die Gesellschaft insgesamt für die ganz spezifische Situation der Zielgruppe zu sensibilisieren. Der Podcast wird von Gesprächen mit und O-Tönen von Menschen getragen, welche auf ganz unterschiedliche Weise Berührungspunkte mit der Thematik suchtbelastete Familien haben.

Wenn Sie glauben, etwas zum Diskurs beitragen zu können, ob aufgrund Ihres Berufs, privater oder anderer Bezüge, dann melden Sie sich gern bei den Radebeuler Sozialprojekten gGmbH (Frau Kandler: l.kandler@rasop.de). Vielleicht werden Sie schon bald in einer neuen Podcastfolge zu hören sein!

© Gesundheitsamt Dresden

Weitere Informationen:
Unabhängig von dem Projekt „Prävention für Kinder suchtkranker Eltern – COA Aktionsjahre“ können Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und von einer Suchtproblematik betroffene Eltern kostenfrei die Unterstützung der Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen in Anspruch nehmen. Zudem bietet NACOA, die Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, per E-Mail, Telefon oder via Chat kostenlose und anonyme Beratung an.
Kontakt zu den Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen (unter „Ambulante Suchtberatungs- und Behandlungsstellen“):
https://www.dresden.de/de/leben/gesundheit/beratung/sucht/suchthilfe.php
Kontakt zur NACOA (unter „Beratung“) https://nacoa.de/

Kinderfachbuch “Dani und die Dosenmonster”

buchtitel dani und die dosenmonster

Für die pädagogische Arbeit mit Kindern ab 5 Jahren zum Thema Suchtprobleme in der Familie können Fachkräfte über suchtkoordination@dresden.de auch kostenlos das Buch „Dani und die Dosenmonster“, ein Kinderfachbuch von Paula Kuitunen über Alkoholprobleme, beziehen.

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